Entwurf der Risikoanalyse für Möckern vorgestellt: Umverteilung und Neuanschaffung nicht ausgeschlossen
Für Feuerwehr beginnt Zeit des Zusammenrückens

Von Stephen Zechendorf
Volksstimme 17.01.2013  


Wehrleitern, Ortsbürgermeistern und Stadträten der Einheitsgemeinde ist am Dienstagabend der erste Entwurf der "Risikoanalyse und Bedarfsplanung" für die Feuerwehren in Möckern vorgestellt worden.

In welchen Orten muss man neben Standardsituationen wie Wohnungsbränden mit besonderen Risiken rechnen? Was ist für einen Einsatz in Friedensau nötig, und was, wenn es bei "Wiesenhof" brennt? Wie können solche Risiken mit vorhandener oder noch zu beschaffener Ausstattung abgedeckt werden?

Die nun als Entwurf vorliegende Studie beschäftigt sich mit all diesen Dingen rund um den Brandschutz in der Einheitsgemeinde Möckern. Sie soll mögliche Risikoschwerpunkte in der Stadt einschätzen, Technikausstattung, Personalstärke und Ausbildungsstand in den Ortsfeuerwehren erfassen und daraus eine Bedarfsanalyse erstellen.

Auch beinhaltet so eine Analyse die Überlegungen, welche Risiken eine Kommune abdecken muss und welche nicht? "Für bestimmte Dinge muss man dann einfach sagen, dieses Risiko muss ich eingehen", sagt Stefan Schneider.

Schneider ist Mitarbeiter des Ingenieurbüros Firosec GmbH, das die Studie für Möckern, und zuvor auch für andere Kommunen erstellt hat. "Es ist schwierig für eine Feuerwehr, sich umzustrukturieren, besonders in einer so großen Gemeinde wie der Stadt Möckern", weiß Schneider.

Eigentlich müsste sich die Stadt Möckern schon seit 2008 mit einer solchen Analyse befassen, doch mit immer neuen Eingemeindungen war gar nicht klar, wann man Risiken und Bedarf der sich gerade erst herausbildenden Einheitsgemeinde abschließend werde ermitteln können. Erst vor einem Jahr ging es daher in die konkrete Planung und es dauerte bis jetzt, bis ein erster Entwurf vorgestellt werden konnte.

Es gehe jetzt nicht mehr um einzelne Ortsfeuerwehren, sondern vielmehr werde die Feuerwehr Möckern als Ganzes betrachtet, sagt Firosec-Mitarbeiter Schneider: "Diese Feuerwehr Möckern muss eine Gemeinschaft werden, auch wenn das anfangs schwer sein kann. Sie muss im Gemeindegebiet der Feuerwehr Möckern das Risiko beherrschen."

Angesichts einer sehr geringen Personaldecke in vielen Ortsfeuerwehren sei es daher notwendig, Löschgruppen zu bilden, die nicht nur zusammen ausrücken, sondern gemeinsam die Ausbildung bestreiten. Die Firosec empfiehlt die Bildung von vier Abschnitten Ost, Nord, Süd und West und folgt damit einer Praxis der Stadtwehrleitung um Torsten Quandt. Die hat schon länger einen Alarmierungsplan erstellt, bei dem besonders tagsüber in der Woche gleich mehrere Feuerwehren alarmiert werden, damit eine Einsatzbereitschaft gewährleistet ist. In den meisten Fällen wird auch die Ortsfeuerwehr Möckern mit dazugerufen.

Eine wichtige Rolle spielt der Erreichungsgrad, der Auskunft darüber gibt, wie schnell die Feuerwehr in ausreichender Stärke am Einsatzort ist, damit die Menschenrettung erfolgen kann. Nicht minder wichtig: Welche Ortsfeuerwehr verfügt über welche Fahrzeuge. Hier könnte es zu "Umsetzungen und Anschaffungen" kommen, stellt Stadtchef Frank von Holly in Aussicht, betont aber zugleich, dass dies nicht sofort geschehe, sondern erst, wenn akuter Handlungsbedarf bestehe. Wenn also ein Löschfahrzeug in einem Ort außer Dienst gestellt werden muss, kann es sein, dass als Ersatz "nur" ein Mannschaftstransporter kommt, mit dem aber sechs Kameraden zur Nachbarwehr chauffiert werden können, die noch einen Maschinisten hat, der noch das dort geparkte schwere Tanklöschfahrzeug fahren darf.

Ausnahme hierbei: Im und für den Risikoschwerpunkt Autobahn 2 könnten schon zu einem früheren Zeitpunkt Umsetzungen von Technik und Rüstsätzen erfolgen.

Einen besonderen Teilbereich der Analyse und ihrer Umsetzung in die Praxis bildet die zukünftige Absicherung des Katastrophenschutzes: "Die diesbezüglichen Anforderungen an die Landkreise sind gestiegen. Die bisher von uns gestellten Kräfte reichen bei weitem nicht aus, um den Katastrophenschutz in unserem Landkreis zu gewährleisten", stellte Frank von Holly fest.

Wie geht es jetzt weiter? Es folgt eine Abstimmung mit der Stadtwehrleitung, auch die Ortsfeuerwehren sollen angehört werden. Die haben vier Wochen Zeit, sich mit den Unterlagen, die sie am Dienstag erhalten haben, zu befassen und Anregungen zu geben. Etwa Mitte des Jahres sollen sich abschließend Ausschüsse, Ortsräte und der Stadtrat damit befassen. Dann wird die von externer Stelle gefertigte Studie Gesetz für die Stadt Möckern. Aussagen zu Kosten wurden noch nicht gemacht.

Die Ortswehrleiter der Einheitsgemeinde erhielten zu Beginn der Versammlung die Risikoanalyse.

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