Löschwasserversorgung und Jugendarbeit sind noch nicht berücksichtigt
Frank von Holly: "Die Risikoanalyse muss in wesentlichen Teilen geändert werden"

Von Stephen Zechendorf
Volksstimme 16.02.2013  


Der erste Entwurf der Risikoanalyse für die Freiwilligen Feuerwehren in der Einheitsgemeinde Möckern muss deutlich nachgebessert werden. Das bestätigt auch Stadtbürgermeister Frank von Holly. Die Ursachen dafür sind jedoch vielfältig.

Schon bevor die ersten Proteste aus den Gerätehäusern der Flächengemeinde schallten, war im Rathaus Möckern klar gewesen, wie schwierig es sein werde, das Thema anzugehen. Umso wichtiger sei daher eine sachliche Diskussion, bittet der Stadtbürgermeister alle Beteiligten. "Wir wollen Risikolücken schließen, die derzeit eindeutig bestehen", erklärt von Holly die oft unbequemen Lösungsansätze der bisher vorliegenden Risikoanalyse.

Diese Studien fordert das Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt von allen Kommunen im Land. Das von externen Ingenieuren im Auftrag der Stadt erarbeitete Papier sieht unter anderem vor, dass Feuerwehrfahrzeuge einzelner Wehren notfalls umgesetzt werden, wenn sie an anderer Stelle dringender benötigt werden.

"Fakt ist, wir haben derzeit in einigen Gerätehäusern zwar die Technik und die Fahrzeuge, aber nicht das Personal", führt von Holly aus: "Nur die Technik und Autos bedeuten aber nicht gleich die Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehr."

Hier hapert es in einigen der Wehren seit langem schon. Zum Teil liegt der Grad der Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren bei lediglich 55 Prozent. Im Umkehrschluss sind die Blauröcke eines Ortes in fast der Hälfte der Zeit nicht in der Lage, in Einsatzstärke zu einem Brand oder Unfall auszurücken.

Aus diesem Grund sieht die Risikoanalyse vor, dass künftig für die Einheitsgemeinde vier Abschnitte gebildet werden sollen, in denen die Ortsfeuerwehren gemeinsam ausrücken. Das geschieht zum Teil aber auch jetzt schon. Künftig könnte die Umverteilung von Gerät jedoch dafür sorgen, dass die Ortswehren nur noch gemeinsam tätig werden können.

"Es entsteht derzeit eine neue Ehrlichkeit in den Feuerwehren", sagt Frank von Holly und meint damit eine in manchen Ortswehren erkennbare Abkehr von einer bisherigen Fehleinschätzung der eigenen Einsatzbereitschaft. "Manche Wehrleitungen erkennen jetzt, welche Last auf ihnen liegt", so Frank von Holly.

Nach Auswertung des ersten Risikoanalyse-Entwurfs vor wenigen Wochen kam schnell der Verdacht auf, dass nicht alle Wehren realistische Zahlen zur Personalstärke zugeliefert haben könnten, sondern bei kritischen Zeiten, wie werktags vormittags etwas "geschummelt" haben. Hier werde bei der Risikoanalyse wohl noch deutlich nachgebessert werden müssen.

"Wenn wir nicht ehrlich zu uns sind, dann werden wir selbst das Risiko", so Möckerns Bürgermeister. "Ich gehe davon aus, dass der erste Entwurf der Risikoanalyse in wesentlichen Teilen geändert werden muss", so der Stadtchef. Die bisherigen Lösungsvorschläge reichen nicht aus, heißt es derzeit. So fehlen noch Aussagen zum Thema Löschwasserversorgung, und auch dem Bereich der Jugend- und Nachwuchsarbeit sei bislang zu wenig oder kein Platz in der Studie eingeräumt worden.

Für März ist ein weiterer Termin anberaumt worden, in dem die Stadtverwaltung und das Ingenieurbüro das Gespräch mit den Ortswehrleitungen suchen wollen.



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