Feuerwehrball im Januar und historischer Festumzug mit Tag der offenen Tür im Juni
Loburger Blauröcke können auf eine 130-jährige Geschichte zurückblicken

Von Stephen Zechendorf
Volksstimme 10.01.2012
 

Auf den Tag genau heute kann die Freiwillige Feuerwehr Loburg auf eine 130 Jahre lange Geschichte zurückblicken. Mit einem internen Feuerwehrball im Januar und einem offiziellen Fest im Juni soll der runde Geburtstag gefeiert werden.

„Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Loburg am 10. Januar 1882 im Schützenhaus“ – so vermeldete die Zeitung es den Bürgern fast auf den Tag genau vor 130 Jahren, und auch das erste Kassenbuch der Blauröcke nennt dieses Datum. 23 Mitglieder wurden dort aufgeführt, die monatlich einen Monatsbeitrag in Höhe von einem Groschen entrichteten.

„Erster Wehrführer wurde der Brandmeister Wipper. Unter seiner Regie begann der Aufbau der freiwilligen Feuerwehr“, kann der aktuelle Wehrleiter Heiko Bartel berichten. Aus der vorherigen Pflichtfeuerwehr entstand im Jahre 1882 die Freiwillige Feuerwehr Loburg, die schon am 6. Dezember 1881 die erste Versammlung abhielt und den ersten Entwurf eines Statutes vorlegte.

Aber erst der zweite Entwurf wurde am 10. Januar 1882 vom Regierungspräsidenten in Magdeburg anerkannt. Dieser Termin gilt als der Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Loburg.

Und der soll gebührlich gefeiert werden. „Am 14. Januar führen wir unseren traditionellen Feuerwehrball für die passiven Mitglieder in der Gaststätte in Isterbies durch“, erklärt Heiko Bartel. Der offizielle festliche Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung findet dann für alle am 9. Juni am Gerätehaus in Loburg statt. Mit einem historischen Festumzug soll der Tag der offenen Tür beginnen und weitere Überraschungen bieten.

Bereits in den ersten Februartagen standen die Kameraden der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Loburg in Uniform mit ihren Ausrüstungsgegenständen vor der Gaststätte Schwarzer Adler in Loburg zum Gründungsfoto.

Traurige Erfahrungen mit dem Feuer mussten die Loburger in ihrer Geschichte immer wieder machen, verrät die Chronik: „Am 1. Mai 1660 entstand durch die Fahrlässigkeit eines in Loburg einquartierten Reiters, der sich am Maibier betrunken hatte, eine Feuerbrunst. Fast wäre die ganze Stadt samt Rathaus eingeäschert worden. Nur die Kirche, der Hausmannssitz, der Wulfensitz und zum Teil der Barbysche Hof und wenige Wohnhäuser blieben verschont. Kaum war die Stadt wieder aufgebaut, so wurde sie abermals bis auf die Kirche und die adligen Höfe ein Raub der Flammen. 130 Wohnhäuser wurden dabei zerstört.“ Dass die Loburger auf ein umfangreiches Archiv zurückblicken können, liegt auch an den Unterlagen des verstorbenen Kameraden Heinz Lehmann, erinnert Heiko Bartel. So ist bekannt geblieben, dass es bereits vor der Gründung der freiwilligen Feuerwehr eine organisierte Brandbekämpfung in Loburg gab. „Bisher wurde nicht erforscht, wann die Pflichtfeuerwehr gegründet wurde. Bekannt ist aber, dass alle, die ein Haus besaßen, einen ledernen Eimer stellen oder bares Geld zahlen mussten“, zitiert Wehrleiter Bartel aus der Chronik.

Schon 1732 wurde von 70 bis 80 ledernen Feuerwehreimern und zwei metallenen Spritzen geschrieben. Wasserkufen standen bei den Brunnen. Feuerwehrleitern und Haken lagerten in der Alten Straße und in der Kirchstraße, dem Standort des heutigen Gerätehauses. Die ersten Protokolle der Überprüfung dieser Spritzen und Geräte stammen aus dem Jahre 1860. Zur Pflichtfeuerwehr gehörte jeder männliche Einwohner der Stadt, der die bürgerlichen Ehrenrechte besaß und das 18. Lebensjahr vollendet hatte. Erst mit dem 60. Lebensjahr schied man aus dem Dienst. Die Pflichtfeuerwehr wurde eingeteilt in Spritzenmannschaften, Rettungsmannschaften, Ordnungsmannschaften, Mauerbrecher, Wasserkettenmannschaft, Wasserschöpfermannschaft und Gespannhalter.



Zurück zur Übersicht

Freiwillige Feuerwehr Loburg
Kirchstraße 5
39279 Loburg

Tel.: 039245 / 2781
Email: info (ät) feuerwehr.loburg.net
Intern | Impressum

NOTRUF 112