In feierlichem Akt auf dem Marktplatz die Fahne von 1988 mit Fahnenband versehen
Loburger Wehrleiter: "Auch in der heutigen Zeit ist eine Fahnenweihe gerechtfertigt"

Von Stephen Zechendorf
Volksstimme 04.06. und 05.06.2012  


Seit 130 Jahren sorgen Männer und Frauen in Loburg dafür, dass die Gefahr des Feuers in der Stadt so gering wie möglich gehalten werden kann. Auch eine eigene Fahne hat die Freiwillige Feuerwehr schon eine Weile. Nur geweiht war die nicht. Das wurde am vergangenen Freitag nachgeholt.

Durch ein langes Spalier von Fackeln haltenden Kameraden benachbarter und befreundeter Ortsfeuerwehren wurde die dunkelrote Fahne der Loburger Freiwilligen Feuerwehr in den Abendstunden in einem Fackelumzug vom Feuerwehrdepot zum Marktplatz getragen. Vorneweg zwei Trommler des Fanfarenzuges aus Lindau. Vor dem Rathaus warteten neben dem Loburger Ortsbürgermeister Bernd Wünschmann und dem Loburger evangelischen Pfarrer Georg Struz auch einige Schaulustige auf die Ankunft des Fackelumzuges. So richtig wussten wohl viele nicht, was es mit einer Fahnenweihe eigentlich auf sich hat, und mancher mag bei dieser eigentlich doch traditionsreichen Veranstaltung vielleicht sogar ewiggestriges Gedankengut befürchtet haben.

Diese Sorgen griff der Loburger Wehrleiter Heiko Bartel in seiner Ansprache auf: "Die Treue zur Fahne wurde in der Geschichte oft missbraucht, und die symbolische Kraft von Fahnen ging sogar soweit, dass mit dem Verlust der Fahne Schlachten und Kriege entschieden wurden." Fahnen seien Symbol für Schutz und Sicherheit und bekundeten ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Feuerwehren gehörten nach den Worten von Heiko Bartel zu denen, die einer Fahne auch in der heutigen Zeit wesentliche Bedeutung beimäßen. "Nichts anderes als ein Bekenntnis ist es, wenn eine Freiwillige Feuerwehr eine Fahnenweihe durchführt. Sie will damit deutlich machen, was Inhalt und Kraft ihrer Arbeit ist."

Der Wehrleiter ging auf die 130 Jahre währende Tradition der Feuerwehr in Loburg ein. Er hob dabei besonders das Verantwortungsbewusstsein und den Gemeinschaftssinn der Mitglieder hervor. Die Fahne sei aus der Tradition heraus eine Mitte und das Signal der Einheit. "Die Fahne, die früher Kennzeichen für den Ort der Führung war, ist darüber hinaus ein äußeres Zeichen der Gemeinsamkeit und der Zugehörigkeit geworden", so Heiko Bartel. Der Loburger Wehrleiter erinnerte auch daran, dass hinter der Freiwilligen Feuerwehr eine Vereinigung von Menschen stehe, welche bereit sind, die eigene Gesundheit und schlimmstenfalls auch ihr eigenes Leben einzusetzen.

Dies sei in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr und für viele Mitmenschen nicht mehr aktuell. "Umso mehr gilt allen Männern, Frauen und Jugendlichen, die ein solches Zeugnis ablegen und sich dem Dienst verpflichtet haben, die höchste Anerkennung und Dank. Aus diesem Anlass ist es auch in der heutigen Zeit gerechtfertigt, eine Fahnenweihe vorzunehmen", zeigte sich Loburgs Wehr- leiter überzeugt.

Ortsbürgermeister Bernd Wünschmann und Pfarrer Georg Struz überreichen gemeinsam das Fahnenband.

Der Loburger Ortsbürgermeister Bernd Wünschmann griff in seiner als Gedicht verfassten Ansprache den Gedanken der Gemeinschaft auf und wünschte den Loburger Blauröcken stets nur Gutes. Als Ortschef überreichte er der Loburger Feuerwehr ein Fahnenband. Die Fahne hatte die Freiwillige Feuerwehr anlässlich der Verleihung des Ehrennamens "Ernst Brandt" im Oktober 1988 erhalten. Der damalige Rat der Stadt ließ die Fahne bei Zeulenroda anfertigen. Sie zeigt den Patron der Feuerwehrleute, den Heiligen Florian. Auf die Fahne gestickt ist der Spruch "Gott zur Ehr und dem Nächsten zur Wehr". Gemeinsam mit dem evangelischen Geistlichen Georg Struz befestigte Bernd Wünschmann das neue Fahnenband an der Fahne, die von einer Ehrenformation mit silberglänzenden Helmen getragen wurde.

Für den evangelischen Pfarrer war es die erste Fahnenweihe. Auch er nannte die Fahne ein Erkennungszeichen, welches auf den Punkt bringe, was einem wichtig sei. "Letztlich geht es aber immer um Menschen, die sich um eine Fahne versammeln."

Und so war es denn vor allem eine Segnung der Feuerwehrleute, als Pfarrer Struz den Feuerwehrleuten Glück wünschte, vor allem aber Gottes Segen und "Kraft, sich dafür einzusetzen, wovon ihr fest überzeugt seid. Eure Fahne möge Euch immer daran erinnern. Dass in der 1057-jährigen Geschichte der Loburger St.-Laurentius-Kirche an keiner Stelle von einem Kirchenbrand berichtet wird; sei mit Sicherheit auf die gute Nachbarschaft und den Standort der Loburger Wehr zurückzuführen. Nach der offiziellen Fahnenweihe blieben die Kameraden auf dem Platz vor dem Rathaus zusammen. Der Feuerwehrförderverein war mit dem historischen Feuerwehrfahrzeug mit eingebautem Zapfhahn vor Ort und sorgte für Getränke.

Vom Feuerwehrdepot führte der Fackelumzug mit den beiden Fahnen aus Loburg und Möckern bis zum Loburger Marktplatz.



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